Die Deutschen ernähren sich schlecht. So weit, so gut. Also hatte das Verbraucherschutzministerium sich für die Einführung eines Schulfachs „Kochen“ ausgesprochen. Es fällt mir zwar schwer, mir so ein Schulfach vorzustellen, schon allein logistisch gesehen (schließlich ist bei mir die Schulzeit noch nicht so lange her), aber ich nehme das mal so hin.
Ich kann auch verstehen, warum die Bundesländer diese Idee für schwierig halten, ich fand nur das Argument lustig: Der Berliner Bildungssenator Zöllner meinte, es sei wichtiger, das Thema Ernährung fächerübergreifend zu thematisieren. Ich erkenne natürlich sofort das Wort „fächerübergreifend“ als eines der neuen Lieblingsworte des Berliner Schulsenats wieder und weiß, was dieses Fächerübergreifende, so lieb gemeint es auch sei, für Merkwürdigkeiten vor allem im Zentralabitur hervorgebracht hat.
Aber über welche Fächer soll denn da „gegriffen“ werden? Als ich die Meldung las, fing wieder meine aufmüpfige Phantasie an zu brodeln. Hier ein paar Unterrichtsideen:
Biounterricht bzw Sachkunde (in der Grundschule): Da erscheint es mir sinnvoll. Was braucht der Körper und wo finde ich das? Natürlich werden auch Themen wie Folgen von falscher Ernährung/ Krankheiten in diesem Zusammenhang thematisiert. Das gibt es aber schon.
Chemie: Man kann etwas daraus machen, z. B. was ist alles ekelhaftes in Fast Food enthalten oder so. (Wir haben da mal dieses ausgelatschte Colaexperiment gemacht)
Physik: Schon schwieriger. Man könnte das Thema Übergewicht mit der Schwerkraft verknüpfen…
Deutsch: Ähh, wir schreiben einen Einkaufszettel? Oder Ernährung in der Literatur der Aufklärung? Deutsche Sprache in Kochbüchern des 20. und 21. Jahrhunderts.
Mathe: Vielleicht: Preiswert einkaufen oder so. Berechnen des Kalorienbedarfs (eigentlich auch etwas für Bio).
Erdkunde: Für böse Fälle von Übergewicht
, Essen aus der ganzen Welt.
Geschichte: Ernährung im Wandel der Zeiten. Warum sehen die griechischen Statuen so gesund aus?
Musik: Musical über verschiedene Gemüsesorten einstudieren.
Sport: Tänze fürs Musical entwickeln.
So in etwa. Da ist man doch froh, keine Schule mehr besuchen zu müssen…