Ich verstehe nicht wo die „Bild“-Zeitung ihren Einfluss her hat. Es passiert immer wieder, dass durchaus als seriös geltende Medien Falschmeldungen der „Bild“ einfach ungeprüft übernehmen, obwohl jeder weiß, dass das Boulevardblatt einen, nun nennen wir es Hang zum Übertreiben und zum übersehen von Details hat.
Als Beispiel könnte man den sogenannten „Nettolohnskandal“ aufführen, der durch Missinterpretation und merkwürdige Vergleiche zustande kam (denn nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich). Die ganze Geschichte kann man auf dem BILDblog nachlesen, in dem Beitrag „Taschenspielertricks mit Vatter Staat“ zum Beispiel. Auch hier wurde die Meldung von vielen Onlinemedien übernommen, die sich dann natürlich später korrigiert haben.
Man könnte ja auch daraus lernen. Zum Beispiel könnte man die Quelle lesen, um die es geht, Ü-b-e-r-p-r-ü-f-e-n heißt das im Fachjargon. Oder aber man fügt eine deutlich sichtbare Warnung an: „Vorsicht! Diese Meldung basiert auf Informationen der „Bild“-Zeitung. Sie wissen ja, was das heißt.“
Leider jedoch siegt meistens das Streben nach der aktuellsten Meldung. Der BILDblog schildert diesen Zustand sehr treffend: „Das Schöne an exklusiven Vorabmeldungen der „Bild“-Zeitung für nachrichtenhungrige Agenturen und Online-Medien ist, dass sie aus ihnen regelmäßig zwei Geschichten machen können. Eine, in der sie die „Bild“-Informationen weiterverbreiten. Und kurz darauf eine weitere, in der sie die „Bild“-Informationen richtigstellen.„
Was tut man nicht alles um Arbeitsplätze für Schreiber zu schaffen… Im Namen des Kampfes gegen Arbeitslosigkeit glaubt man auch gerne einmal der „Bild“-Zeitung.
Schlagworte: journalismus, schlamperei, bildzeitung, bildblog