Birma von der Welt abgeschnitten

By silverblick

Die Situation im Land verschlimmert sich. Die Nachrichten und Bilder der von den Juntas blutig bekämpften friedlichen Proteste der Mönche schockten die Welt. Schon seit den 80er Jahren unterdrückt das Militärregime in Birma jegliche demokratische Bewegung.

Journalisten werden schon seit einiger Zeit nicht mehr ins Land gelassen, es ist somit sehr schwierig, von der gewaltsamen Unterdrückung durch das Regime zu berichten. Bis gestern basierten einige der Informationen auf privatem Material, das über das Internet an die Außenwelt drang. Dank dem Einsatz einiger Blogger gelangten sogar Bilder wie diese nach draußen, die die Situation in Brima deutlich machten. (Bilder sind verlinkt! Bitte diese Blogs besuchen: “ko hitke’s prosaic collection” und “Blog of Nyein Chan Yar” (auch in meinem Blogroll zu sehen.). Hier gibt es eine sehr interessante Bildersammlung, die speziell für “ausländische” Medien angefertigt wurde )

Gewalt gegen Demonstranten - Alltag in Birma

Verletzter Mönch

Doch jetzt wird alles noch schwieriger, denn das Militärregime hat das Internet als seinen Feind entdeckt und die Verbindungen gekappt. Internetcafés sind geschlossen. Einer der über die Situation berichtenden Blogger schreibt: Internet cafes were closed down. Both MPT ISP and Myanmar Teleport ISP cut down internet access in Yangon and Mandalay since this morning. The Junta try to prevent more videos, photographs and information about their violent crackdown getting out. [...] Burma is blacked out now!

Es wird nun immer schwieriger werden, Informationen über die Gewalt in Birma zu bekommen und somit wird es auch schwieriger, etwas dagegen zu unternehmen (vor allem, wenn China weiter abblockt…). Andererseits kommt irgendetwas immer durch. Die Blogger haben da auch ihre Tricks…

Die große Frage bleibt nur, wie man, bzw. die UNO, vorgehen soll…

Anhang: Um die Situation in Birma noch etwas deutlicher zu machen, hier ein Ausschnitt eines Beitrags, den ich vor kurzem für mephisto geschrieben habe:

Birma liegt in Südostasien zwischen Indien, China und Thailand. Seit 1962 steht das Land unter der Herrschaft des Militärs. Das ehemals wohlhabende Birma ist inzwischen vollkommen heruntergewirtschaftet und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Militärregime hat Birma international weitgehend isoliert, Informationen dringen nur schwer nach außen.

Als das Regime im August die Treibstoffpreise verdoppelt, gehen Mönche auf die Straße und protestieren. Bei ihren Demonstrationen setzen sie sich für Freiheit und Demokratie ein. Weil die Mönche in Birma sehr hoch geachtet sind, greift die Militärjunta zuerst nicht ein. Im September schließen sich Zivilisten den Mönchen an und sorgen für die größten Proteste in Birma seit fast 20 Jahren. Als am 25. September das Regime doch Präsenz zeigt und gegen die Demonstrationen vorgeht, sterben nach inoffiziellen Angaben innerhalb weniger Tage über 200 Menschen. Tausende werden verhaftet. Oppositionelle werden eingesperrt und gefoltert.

Die USA und die EU erheben wirtschaftliche Sanktionen und verhängen Einreiseverbote gegen Angehörige der Militärjunta. Der UN-Sicherheitsrat kann allerdings noch nicht eingreifen, weil China und Russland sich gegen Sanktionen sträuben.

Überall auf der Welt finden Demonstrationen und Kundgebungen statt, um die Solidarität mit Birma zu bekunden.

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