Als ich heute von der Arbeit nach Hause fuhr, sah ich einen kleinen Auflauf von Menschen mit Pappschildern in der Gegend herumstehen. Mir war nicht sofort klar, was da los war, aber dann sagten mir zwei Dinge, dass es sich wohl um eine Art Demostration handeln musste: Ein Einsatzwagen der Polizei und ein Mann, der in einen Gegenstand hineinsprach, den man in meiner Heimatstadt Flüstertüte nennt.
Dann überlegte ich, warum sie dort demonstrierten. Mir fiel ein, dass Montag ist, und dass das wohl eine Montagsdemo sein wird. (So etwas nennt man übrigens eine George-W-Bush-Gedankenkette.) Ich hatte schon fast wieder das Interesse verloren, nahm mir aber noch kurz Zeit, die Schilder (Ich schreibe Schilder, weil mir keine Verkleinerungsform des Wortes „Transparent“ einfällt.) zu Lesen: Gegen Arbeitslosigkeit. Das übliche also.
Doch dann sah ich den Mann mit dem Megaphon mit der Technik ringen. Das Ding funktionierte nicht richtig und schaltete sich ständig von selbst aus. Das war noch nicht einmal lustig. Mir tat der Mensch auf einmal so unglaublich leid, wie es mir lange nicht mehr passiert ist. Das tat fast körperlich weh. Es ist doch im Grunde genommen so eine erbärmliche Situation: Da hat jemand einen fürchterlichen Job oder auch gar keinen. Vielleicht hat er auch einen und möchte sich gerne für Leute einsetzen, die keinen haben. Er nimmt sich die Zeit dafür. Er trommelt seine 10 besten Freunde zusammen und organisiert jeden Montag eine Demo, in dem vollen Bewusstsein, dass das keinen Menschen interessiert. Außerdem ist die Demo in einer Einbahnstraße und kaum jemand scheint sie zu bemerken. Es kommen also auch nicht mehr Leute als seine 10 besten Freunde (+Partner) um mitzudemonstrieren.
Und in dieser Situation funktioniert das Megaphon nicht, was die ganze Sache zur sinnlosesten Veranstaltung macht, die man sich vorstellen kann. Es hätte wirklich nur noch anfangen müssen zu regnen. Traurig.