Two households, both alike in dignity,
In fair Verona, where we lay our scene,
From ancient grudge break to new mutiny,
Where civil blood makes civil hands unclean.
So fängt das Stück Romeo und Julia an. Ich bin kein Verfechter der alten Traditionen, aber aus diesem Buch kann man definitiv etwas lernen. Nämlich: Dummer Familienstreit – nicht gut. Doch solche Sachen passieren immer noch, man glaubt es kaum. Jedenfalls könnten sich diejenigen wundern, die denken, der Mensch habe sich großartig geändert in letzter Zeit.
In Berlin spielte sich gestern eine Szene ab, die so dämlich klingt, dass man darüber lachen möchte. Man darf aber nicht, schließlich wurden Menschen verletzt. (Ich verkneife mir hier nur ungern einen Kommentar.) In Berlin Neukölln jedenfalls gingen Mitglieder zweier Familien aufeinander los. Und zwar mit Gartengeräten, „bis hin zur Kettensäge“, schreibt die Netzeitung. Warum, scheint nicht ganz klar zu sein. Zur näheren Erläuterung berichtete die Polizei, die beiden Familien seien im Gartenbau tätig. Aha. Das entschuldigt aber nicht alles, oder?
Es ist schon ein bisschen beunruhigend, dass der berechtigte Besitz von Gartengeräten eine Rechtfertigung dafür ist, damit aufeinander loszugehen. Aber immerhin handelte es sich nicht um die Besitzer von Abrissfirmen, was da hätte passieren können… Da fragt man sich doch: lernen Kinder von Erwachsenen oder umgekehrt? Schließlich klingt die ganze Sache wie eine Folge von Tom & Jerry. Sollte uns das zu denken geben? Wahrscheinlich nicht. Was wir aber doch daraus lernen: Auf den Menschen kann man sich irgendwie verlassen. Da ändert sich nichts.
Schlagworte: familienstreit, shakespeare
Dezember 7, 2007 um 6:55 |
Schon Reinhard Mey hat gesungen: „Der Mörder ist immer der Gärtner…“
Dezember 8, 2007 um 2:08 |
…außer wenn es der Butler war
Januar 8, 2008 um 12:21 |
Da siehst du mal: Warum sollte man in den USA den Waffenbesitz einschränken? Die Leute greifen dann eben zu Gartenwerkzeug. Und wenn man das verbieten würde, gäb’s ja immer noch die Kakteen. So viel zur Substitutionslehre (ist das nicht ein schönes Wort? Hab ich mir grad ausgedacht : ) Wenn der Kopf krank ähh leer ist, schmerzt die Phantasie).
Putin könnte solche Schlachten ja überhaupt nicht verstehen. Er hat doch den Respekt seiner Partner (oder auch Nachbarn) beim KGB gelernt. Also: alle Hobby- und Profigärtner ab zum Konflikt-Lösungs-Hilfe-Seminar beim KGB.