Geht’s noch? Journalismus mal wieder…

By silverblick

Ich habe heute eine Schlagzeile bei n-tv gesehen, die mir absolut widerlich vorkam. Wie man drüben sagt: “I threw up into my own mouth”. Doch urteilt selbst.

Ted Kennedy hatte neulich einen epileptischen Anfall und wurde daraufhin in ein Krankenhaus eingewiesen. Dort stellte man leider fest, dass Senator Kennedy einen bösartigen Hirntumor hat. Bei n-tv heißt das dann folgendermaßen: “Dennoch guter Dinge: Kennedy hat Hirntumor“. Im Ernst, ich finde das mehr als unsensibel (um nicht das Wort widerlich noch einmal zu verwenden) von den Herren und Damen n-tv. Ganz abgesehen von der Tatsache, das ich “Tumor” und “gut” niemals in einem Atemzug nennen würde – “dennoch guter Dinge”? Man kann ja nur hoffen, der Journalist meint, Ted Kennedy sie guter Dinge und nicht er selbst. Mir ist schon klar, dass es so nicht gemeint ist, aber man kann den Satz durchaus anders lesen:

1. Ihm geht’s zwar dreckig, aber mein Tag war eigentlich ganz nett.

2. Er ist schwer krank, lasst euch aber nicht die Laune versauen, ihm hat es auch nicht die Laune versaut.

Ein kleiner Appell meinerseits also: Bitte Leute, lest doch lieber noch einmal, was ihr geschrieben habt. So was muss doch wirklich nicht sein.

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